WDR Funkhaus


Sie befinden sich auf dem Wallrafplatz. Hier ragt von der Hohen Straße aus kommend in Richtung Hauptbahnhof gehend auf der linken Seite das imposante WDR-Funkhaus (bis 1955 Nordwestdeutscher Rundfunks, NWDR, später Westdeutscher Rundfunk (WDR)) heraus. Der Architekt Peter Friedrich Schneider (1901-1981) hat es in zwei Bauabschnitten errichtet und zwar 1948-1952 und 1953-1954 unter Einbeziehung der Bausubstanz des im Krieg zerstörten Hotels „Monopol“, dessen Ruine sich an der Stelle befand.

Der Architekt hat beim Bau eine Stahlbetonskelettbauweise eingesetzt, die Außenfassade in dem Kalkstein Travertin gestaltet und den Gesamtbau im Stile der 50er Jahre konstruiert. Am 21.06.1952 wurde das Funkhausgebäude im Beisein von Theodor Heuss und 700 geladenen Gästen feierlich eröffnet. Am Abend des 25. Dezember 1952 wurde aus einem Studio des Funkhauses das erste Fernsehprogramm ausgestrahlt.

Der Wallrafplatz hat seinen Namen von dem berühmten deutschen Botaniker, Mathematiker, Theologen, Priester und bedeutenden Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) erhalten. Zahlreiche Museen Kölns gründeten sich auf dem Boden seiner Sammlungstätigkeit. Die von ihm gesammelten Handschriften (Bestand 7010) sowie sein Nachlass (Bestand 1105) lagern im Historischen Archiv der Stadt Köln.

Der Kölner Bildhauer Ludwig Gies (1887-1966) hat ein Travertinrelief für das Funkhaus erstellt. Einige seiner bildhauerischen Werke befinden sich als Fotografien im Nachlassbestand des Historischen Archivs Nr. 1466. Im Inneren des Funkhausgebäudes befindet sich der Paternosteraufzug, eine Aufzugsart, die seit 1974 nicht mehr gebaut werden darf, hier inzwischen nicht mehr befahrbar ist und unter Denkmalschutz steht.

Das folgende Schwarz-weiss-Foto vom Wallrafplatz mit WDR-Funkhaus, Blick von der Hohen Straße/Am Hof wurde vom renommierten Fotografen Peter Fischer (1903-1980) am 15.06.1954 erstellt. Der Fotografennachlass von Peter Fischer befindet sich im Historischen Archiv der Stadt Köln (Best. 1401) und hat noch mehrere schöne „Kölnansichten“ zu bieten.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 1401 (Fischer, Peter) Fo 22G, Bd. 1

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