Stadtmauer


Sie stehen vor den letzten Resten einer der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtbefestigungen. Mit einer Länge von etwa 7,5 km, zwölf großen Toren und 52 Wehrtürmen zog die Kölner Stadtmauer einen schützenden Ring um die heutige Altstadt und demonstrierte zugleich nach außen Macht und Stärke. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde sie abgerissen. Die heutigen Ringstraßen folgen seitdem ihrem Verlauf.

Köln besaß von Anfang an eine Stadtmauer. Die bisher wegen der Hochwassergefahr nicht ummauerte Rheinvorstadt wurde im Jahr 940 durch eine erste Erweiterung gesichert. 1106 kam es zu einer Erweiterung nach Norden, Westen und Süden durch Umwallung der neuen Vororte Oversburg (Airsbach) und Niederich sowie eines Bereichs um St. Aposteln. Damals wurden auch St. Georg, St. Andreas, St. Kunibert und St. Ursula in die Stadt einbezogen. Diese neue Befestigung führten die Kölner mit direkter Genehmigung Kaiser Heinrichs IV. aus. Mit dem Jahr 1106 lassen daher viele die Entwicklung Kölns hin zu einer freien Stadt beginnen, die sich unabhängig vom Erzbischof selbst verwaltete.

Die Kölner begannen schließlich 1180 damit, die große Mauer zu bauen, die fortan als die Stadtmauer galt. Damit überschritten sie allerdings ihre Rechte, denn niemand durfte ohne Genehmigung letztlich des Kaisers eine Befestigung bauen. Der Kölner Stadtherr, der Erzbischof Philipp von Heinsberg, versuchte mit diesem Argument, den Bau zu stoppen. Er musste zudem befürchten, dass die Mauer auch gegen ihn gerichtet war und sich die Kölner hinter ihrem Schutz selbständig machen wollten.

Durchsetzen konnte er sich allerdings nicht. Kaiser Friedrich Barbarossa vermittelte einen Kompromiss, nach dem die Kölner Bürger eine Buße von 2.000 Mark an den Erzbischof zahlen mussten, als Strafe für ihr eigenmächtiges Vorgehen. Dafür musste der Erzbischof den Mauerbau gestatten und hinnehmen, dass die Stadtgrenze seitdem entlang der neuen Mauer verlief. Mit kaiserlicher Rückendeckung hatten sich die Kölner letztlich also durchgesetzt. So wurde die Grundlage für die spätere Vertreibung des Erzbischofs und die Erlangung einer reichsfreien Stellung, letztlich auch für die Entwicklung hin zu der modernen Großstadt von heute geschaffen.
Mit dieser Urkunde genehmigte Friedrich Barbarossa den Mauerbau.

Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 1 (Haupturkundenarchiv (HUA)), U 3/32