St. Nikolaus in Dünnwald


Sie stehen vor der Pfarrkirche St. Nikolaus, einer romanischen Kirche mit Zugehörigkeit zur Pfarrei „Heilige Familie“ im Stadtteil Dünnwald-Höhenhaus. Seit dem 18. Januar 1982 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Man vermutet, dass entweder ein Augustinerchorherrenstift oder ein Benediktiner die Kirche St. Nikolaus samt Klosterhof etwa 1117/18 gründete. Während umfangreicher Sanierungsarbeiten in den Jahren 1997–2007 entdeckte man Fundamentreste im nördlichen Seitenschiff, die von einem Vorgängerbau stammten. Dieser wird auf vor 1100 datiert. Zunächst war die Kirche wohl nur Maria geweiht, ab 1229 wird aber auch Nikolaus als Mitpatron in den Quellen genannt. 1143 wird die Stiftskirche mit Prämonstratenserinnen aus dem Kloster Steinfeld in der Eifel besetzt. Als erste Meisterin des Nonnenklosters wird eine Gerbirgis genannt. Ebenfalls Mitte des 12. Jahrhunderts wird dann die einfache Pfeilerbasilika für die Prämonstratenserinnen um drei Joche, also drei Gewölbeabschnitte, nach Westen, eine Nonnenempore und einen Turm erweitert. Weitere bauliche Veränderungen fanden im 14. Und 16. Jahrhundert statt.
Bereits 1122 verlieh der Kölner Erzbischof Friedrich von Schwarzenberg der Stiftskirche volle Pfarrrechte, sodass in der Kirche auch Taufen und Beerdigungen abgehalten werden konnten. Dies hatte für die Dünnwalder den Vorteil, dass sie für diese Sakramente nicht mehr in die Pfarrkirche nach Paffrath wandern mussten, zu dem die in Dünnwald gelegenen Höfe vorher gehörten.

Köln-Dünnwald, Klosterakten 17. Jh

HASTK Best. 330 (Auswärtiges) A 326 fol. 24r

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) flüchteten die Nonnen und das Stift verwaiste zunächst, bis es 1643 der Abt von Steinfeld in ein Priorat, eine Art „Außenstelle“ des Klosters Steinfeld, umwandeln ließ. Ende des 17. Jahrhunderts verlegte man das Collegium Norbertinum, die Hochschule des Prämonstratenserordens, für einige Jahre nach Dünnwald. Das Collegium Norbertinum lässt sich auch in Quellen im Historischen Archiv der Stadt Köln nachweisen, konkret im Bestand 330 Auswärtiges, in dem sich auch Akten zum Kloster Steinfeld befinden. Abgebildet ist ein Auszug aus einer Akte, in der sich Urkundenabschriften und weitere verschiedene Schriftstücke zur Prämonstratenserhochschule befinden.

1803 wurde das Stift schließlich säkularisiert, der Kirchenbesitz also verstaatlicht, und St. Nikolaus zur Pfarrkirche.

Das künstlerische Highlight der Kirche befindet sich in der gotischen Kapelle an der Südseite der Kirche. Hier findet man einen seltenen Malereizyklus aus dem 15. Jahrhundert mit den Darstellungen der 12 Apostel, der Verkündigung Mariens und der Darstellung der heiligen Sippe, welche weitgehend erhalten geblieben sind. Die heilige Sippe ist die Darstellung der Verwandten Jesu.

Diesen Beitrag teilen