St. Michael in Niederzündorf


Sie stehen vor der Kirche St. Michael in Zündorf, ehemals Porz-Zündorf, bis zur Eingemeindung der Stadt Porz 1975 nach Köln. Die romanische Kirche war bis zum Bau der Kirche St. Mariä Geburt 1897 Pfarrkirche des Teilortes Niederzündorf und zeugt von der langen Geschichte des im rechtsrheinischen Süden gelegenen Ortes.

1008 wird erstmals in einer heute nur noch in Abschrift überlieferten Urkunde des Erzbischofs Heribert eine Kirche zu Udendorp erwähnt, die er zur Hälfte samt Hof der Abtei Deutz schenkte. Ob es sich bei der Kirche um St. Michael handelt, kann nicht einwandfrei nachgewiesen werden, die Forschung geht aber aufgrund von archäologischen Funden wie beispielsweise einem heute noch vollständig erhaltenem Rankenrelief aus dem 8./9. Jahrhundert davon aus. Gestützt wird diese Theorie noch dadurch, dass die Abtei Deutz ja nur die Hälfte der Kirche geschenkt bekam und sie in den Folgejahren Grundstücke rund um die Kirche erwarb, um dort wiederum eine eigene zweite Kirche zu bauen, heute St. Martin in Oberzündorf.

St. Michael ist ein Beispiel für ländliche Pfarrkirchen, die sich architektonisch an die Baukunst der großen Kölner Kirchen anlehnen. Wohl für die Ritter zu Zündorf im 11. Jahrhundert erbaut, besteht die Kirche aus einem schlichten einschiffigen Bau. Der Errichtung eines Westturmes sowie eines nördlichen Seitenschiffes samt Sakristei um 1160/70, folgten weitere bauliche Veränderungen. Der Eingang befand sich im Norden der Kirche. Bis auf das nördliche Seitenschiff, dessen Abriss 1906 erfolgte, ist dieser Bau noch im Wesentlichen vorhanden.. Die Schäden konnten nach Kriegsende 1945 bald behoben werden, eine umfassende Renovierung erfolgte erst 1993/94.

1392 überreichte Herzog Wilhelm von Berg als „Schenkung unter Lebenden“ seinen Hof in Niederzündorf mit dem Kirchenpatronat (also die Schirmherrschaft über die auf seinem Grundstück stehende Kirche) dem Stift St. Severin. Niederzündorf gehörte damals zum Herzogtum Berg. Die Abbildung zeigt eine Abschrift dieser Urkunde Herzog Wilhelms von 1392, sie ist wahrscheinlich im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden. Die Kirche war bis zur Säkularisation 1802 in Besitz des Stiftes.

HAStK Best. 264 (St. Severin) A 31 fol. 7r

Diesen Beitrag teilen