St. Martinus in Esch


Sie stehen vor St. Martinus, der ehemaligen Pfarrkirche von Esch. Einkünfte aus dieser Kirche konnte bereits im 11. Jahrhundert das Stift St. Andreas in Köln beziehen. Teile der Bausubstanz sind romanisch, jedoch fanden aufgrund akuter Einsturzgefahr nach 1517 Umbauarbeiten im gotischen Stil statt.

Weil in Kirchen im Mittelalter nicht nur gebetet, sondern auch über die Abgaben der Pfarrkinder (den Zehnten, also einer zehnprozentigen Steuer) einiges an Einkommen zu erzielen war, kam es immer wieder zum Streit darüber, wer denn welche Rechte an der Kirche geltend machen konnte. Glücklich war, wer da den Papst auf seiner Seite wusste. 1359 schlug das Stift St. Andreas deshalb zu, als es einen päpstlichen Nuntius (also Botschafter) zu fassen kriegte. Dieser bestätigte dem Stift den Besitz der Kirchen und – wichtiger noch – des Zehnten (also der Abgabe von 10% ihrer Einkünfte durch die Pfarrkinder an die Kirche) der Kirchen zu Bacharach, Diebach und Manubach, Dormagen, Glehn – und Esch. Um das ganz abzusichern, ließ man es durch Papst Gregor XI. nochmals 1375 bestätigen. Offenbar investierten die Herren von St. Andreas jedoch nur unzureichend in ihre Kirche, denn sonst hätte St. Martinus nicht 1517 baufällig sein können.

Die folgende Abbildung zeigt die Urkunde, mit der Papst Gregor XI. dem Stift St. Andreas den Besitz der Kirche St. Martinus zu Esch bestätigte.

Päpstliche Urkunde, St. Martinus Köln-Esch

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln HAStK, Best. 201 (St. Andreas), U 3/195

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