St. Cäcilien


Sie stehen vor St. Cäcilien, einer der 12 großen romanischen Kirchen Kölns. Bereits in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde die Kirche im Zuge der Gründung eines Damenstiftes in den Ruinen eines römischen Thermenbezirkes errichtet. Erst im 12. Jahrhundert entstand nach mehreren Umbauten der bis heute erhaltene Kirchenbau, der heute das Museum Schnütgen, ein Museum für mittelalterliche Kunst, beherbergt.

Das Kanonissenstift, eine klosterähnliche religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen, und spätere Augustinerinnenkloster St. Cäcilien lag an der Cäcilienstraße südöstlich des Neumarktes, unmittelbar nördlich der Pfarrkirche St. Peter. Im Hochmittelalter galt das Kanonissenstift St. Cäcilien neben St. Maria im Kapitol als vornehmstes Kölner Damenstift. Seit dem 12. Jahrhundert verlor es jedoch zunehmend an Ansehen und beherbergte schließlich 1443 nur noch zwei Kanonissen. Daher sprach man 1475 die Stiftskirche und die angrenzenden Gebäude den Augustiner-Chorfrauen des 1198 gegründeten und im Neusser Krieg abgebrochenen Klosters St. Maria zum Weiher vor den Toren Kölns zu und löste das alte Cäcilienstift auf, was jahrelange Prozesse gegen dessen Äbtissin Elisabeth von Reichenstein zur Folge hatte. Die Auflösung des Stiftes hinderte die Römische Kirche jedoch nicht daran, die romanische Kirche an sich mit für heutige Verhältnisse fragwürdigen Methoden weiter zu erhalten und auszubauen. Die Abbildung zeigt eine Urkunde vom 11. November 1483, in der der Legat des Papstes, also ein Gesandter des Papstes, allen Leuten einen Ablass von 100 Tagen gewährt, die die Kirche an bestimmten Festtagen besuchen und zum (Aus-)Bau und der Verschönerung der Kirche (finanziell) beitragen. 1802 wurde der Konvent endgültig aufgelöst. Die Gebäude des ehemaligen Stiftes wurden als Bürgerhospital genutzt, bis sie dann kurze Zeit später bis auf die Kirche abgerissen wurden.

Köln, St. Cäcilien, Ablass 1483

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 207 U1/24

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