Severinsbrücke


Zu Beginn der 1950er Jahre waren alle im Krieg zerstörten Brücken wieder aufgebaut, allerdings nahm die Verkehrsbelastung aufgrund zunehmender Mobilisierung stetig zu. Im Mai 1956 wurde schließlich mit dem Bau der Severinsbrücke begonnen, der erste vollständige Brückenneubau in Köln nach dem Krieg. Die Inbetriebnahme erfolgte am 7. November 1959. Bundeskanzler Konrad Adenauer ließ es sich nicht nehmen, persönlich an der Einweihung teilzunehmen. Seitdem verbindet die Brücke das Severinsviertel mit dem Stadtteil Köln-Deutz.

Die Severinsbrücke wurde als seilverspannte Balkenbrücke gebaut. Bei der Gestaltung musste auf den Einfluss der Brücke auf das Stadtbild und den Dom geachtet werden; so ermöglicht der bewusst nahe am rechten Ufer stehende Pylon beispielsweise eine ungestörte Sicht auf den Dom und die Altstadt. Auch die Schifffahrt und die angrenzenden Häfen (linksrheinisch Rheinauhafen, rechtsrheinisch Deutzer Hafen) waren bei der Gesamtplanung zu berücksichtigen: Weil die Severinsbrücke mit nur einem asymmetrisch gestellten A-förmigen Pylon auskommt, an dem der Brückenkörper mit Stahlseilen aufgehängt ist, blieb der Deutzer Hafen auch weiterhin für Küstenmotorschiffe nutzbar.

Architekt war Gerd Lohmer, Fritz Leonhardt war an der Planung des zur Ausführung gekommenen Entwurfs beteiligt. Das Bauwerk erhielt 1967 nicht zuletzt wegen der innovativen Konstruktion den Kölner Architekturpreis.

Dem Autoverkehr standen insgesamt sechs Fahrspuren mit Straßenbahngleisen zur Verfügung. Von 1979 bis 1981 bekam die Brücke einen in der Mitte verlaufenden, gesonderten Gleiskörper für die Stadtbahn sowie je zwei Fahrspuren für den Individualverkehr.

Heute ist die Severinsbrücke ein signifikanter Bestandteil des Stadtbildes.

Übrigens: Ein exakter Nachbau der Severinsbrücke steht in Russland: Es handelt sich um die Oktober-Brücke in Tscherepowez im Nordwesten von Russland

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Severinsbrücke kurz nach der Eröffnung 1959; © Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 1401 (Fischer, Peter), Fo 6U, Bd. 11

Oktober-Brücke in Tscherepowez; © Alexei Troshin | CC BY-SA 3.0