Ruinen des Praetoriums


Sie stehen im Zentrum des antiken Köln. Hier stand einst das Praetorium, der Amtssitz des römischen Statthalters für die Provinz Niedergermanien. Dabei handelte es sich um einen repräsentativen Palast, an dem seit dem 1. Jahrhundert immer wieder an- und umgebaut wurde. Da sich im Verlaufe der Jahrtausende das Bodenniveau immer mehr angehoben hat, befinden sich die Reste des Gebäudes nun unter der Erde, wo sie besichtigt werden können. Die Mauern aus dem 4. Jahrhundert sind ein Teil des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln, das hier entsteht. Es wird vermutet, dass das prächtige Bauwerk des Praetoriums mit Mosaiken, Skulpturen und Marmor im Frühmittelalter einem Erdbeben zum Opfer fiel.

Dass genau an dieser Stelle noch heute das Kölner Rathaus und damit das Zentrum der Stadtverwaltung steht, dürfte kein Zufall sein. Als sich im Mittelalter die Bürgergemeinde zu organisieren begann und im 13. Jahrhundert einen Stadtrat als oberstes Organ entwickelte, benötigten Politik und Verwaltung ein repräsentatives Haus, mit dem man sich gedanklich an diesem Ort an die antike Machtzentrale anschließen konnte.

Gefunden wurden die Überreste des Praetoriums im Boden aber erst 1953, während archäologischer Untersuchungen im Zuge des Wiederaufbaus Kölns nach dem zweiten Weltkrieg. Die Stadt Köln nutzte das Praetorium bis in die 1960er Jahre noch vielfach für Empfänge.

Vom Deutschen Aero-Club (1966) bis zu einem Studentenchor aus New York (1970) wurden Besuchergruppen der Stadt hier im Herzen des antiken Kölns begrüßt.

Auf der folgenden Abbildung sehen Sie einen Plan aus dem Jahr 1646, auf dem das Rathaus mit einem großen A gekennzeichnet ist. Direkt darunter befindet sich das Praetorium.

Köln, Ruinen des Praetoriums 1646

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln HAStK Best. 7101, 11

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