Römische Hafenstraße


Sie stehen auf einem der ältesten Teile der Stadt – der römischen Hafenstraße. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde 1969/70 ein etwa 65 Meter langes Stück der ca. 5,5 Meter breiten Straße gefunden, die von der römischen Stadt bis zum Hafen führte. Damals lag Köln noch etwas abgesetzt vom Rhein in hochwassersicherer Entfernung, weshalb die Anlage dieser Straße notwendig war.

Auch wenn das für die Besucher zugängliche Teilstück unscheinbar aussieht, so befand sich die Hafenstraße doch auf der Höhe der Technik ihrer Zeit. Neben ihr verlief ein Abwasserkanal, an den die dort stehenden Häuser über Holzleitungen angeschlossen waren. Die Straße selbst wurde über einen Gully entwässert. Das Pflaster besteht aus sehr widerstandsfähigem Basalt.

Im Mittelalter war das Wunderwerk antiker Technik allerdings mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. In etwa an Stelle der Straße rückte schließlich die Drachenpforte, der Zugang zum Dombereich. Hier siedelten sich auch Verkaufsstände an – in denen es offenbar bisweilen hoch her ging. Jedenfalls brannte 1541 ein solcher Stand ab und musste wieder aufgebaut werden, wie wir aus dem Ratsprotokoll erfahren.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln HAStK Best. 10B (Ratsprotokolle) A 10, Bl. 252r

Der Eintrag lautet in etwa: „Denn Herren Rentmeistern und Beisitzern der Rentkammer wird befohlen, den verbrannten gadom [Verkaufsstand] an der Drachenpforte zu besichtigen, der Schreinsgut gewesen sein soll. Und sie sollen die Maße für den Wiederaufbau bestimmen.“ Unter Schreinsgut verstand man Immobilien, deren Eigentumsverhältnisse im Vorläufer des modernen Grundbuchs niedergeschrieben waren: in den in sogenannten Schreinsbüchern.