Römisch-Germanisches Museum


Grundlage für den Bau des an der zum Rhein führenden römischen Hafenstraße gelegenen Römisch-Germanischen Museums war der Fund des Dionysosmosaiks beim Bau des Dombunkers. Heute präsentiert das Museum das archäologische Erbe der Stadt und ihres Umlandes, von der Altsteinzeit bis in das frühe Mittelalter. Die Schätze des Museums waren bis zur Eröffnung des Neubaus 1974 zunächst in provisorischen Ausstellungsräumen untergebracht, wie ein Foto aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln zeigt:

Alles andere als einladend sah der Eingang zum Römisch-germanischen Museum aus, als der Lord Mayor von Birmingham Albert Bradbeer am 5. April 1947 mit seiner Frau die Stadt besuchte und so der erste diplomatische Kontakt zwischen Großbritannien und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg geknüpft wurde.

Einen Besuch war der ehemalige Dombunker, den der Bildjournalist festhielt (HAStK, Best. 1401, Fo….), aber für die hohen Gäste auf jeden Fall wert. Begleitet wurden sie durch die noch ganz von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichnete Stadt von Oberbürgermeister Hermann Pünder und seiner Frau und vom Kommandanten der britischen Besatzung für das Stadtgebiet Köln J.M. White.

Beim Bau diese Bunkers war man 1941 nämlich auf ein riesiges römischen Fußbodenmosaik aus dem 3. Jahrhundert gestoßen – dem größten nördlich der Alpen -, das zu einer der prächtigen mediterranen Villen im Nordosten der römischen Stadt.

Hatte es den Boden eines Speisezimmers bedeckt oder hatte der Raum dem weitverbreiteten Kult des Weingottes gedient? Auf ihn verwiesen die dargestellten Szenen und gaben dem Bodenbelag den Namen Dionysos-Mosaik.
Mit einer archäologischen Grabung konnte man sich 1941 nicht aufhalten, deckte aber den Fund sorgfältig mit Sand ab und setzte den Bau des Schutzraumes fort.

Angesichts der desolaten Trümmerwüste wurden 1945 die unterirdischen Zeugnisse Jahrtausende währender Kulturtradition umso wichtiger.
Gerade einmal ein halbes Jahr vor Bradbeers Besuch war das Mosaik im ehemaligen Bunker für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, als Teil eines aus dem Wallraf-Richartz-Museum ausgegliederten Römisch-Germanischen Museums. Die Eröffnung geschah im Rahmen der in Köln stattfindenden Kulturtage, die unter dem Thema „Der Rhein und Europa“ und damit im Zeichen des neu beginnenden europäischen Austauschs standen.

Der am 4. März 1974 eröffnete Museumsneubau und sorgte auch international für großes Aufsehen. Die Wände des Bunkers sind heute noch in der Kelleretage des Museums im Bereich des Mosaiks erhalten. Das Niveau des Roncalliplatzes liegt auf dem der entfernten Bunkerdecke.

Dass sich der antike Fußboden heute noch in situ befindet, macht wohl den besonderen Reiz des Museums aus ebenso wie die Tatsache, dass das große Schaufenster den Blick vom Roncalliplatz aus ermöglicht.
Die internationalen Besuche wurden noch spektakulärer: Beim Weltwirtschaftsgipfel 1999 tafelten die G8-Regierungschefs an einem Glastisch auf diesem Boden.

Highlight des Museums ist sicher auch der rekonstruierte Grabbau des Legionärs Poblicius (um 40 n. Chr.), die weltweit größte Sammlung römischer Gläser sowie eine herausragende Kollektion römischen und frühmittelalterlichen Schmucks