Reiterdenkmal


Das am 26. September 1878 eingeweihte Reiterdenkmal des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. auf dem Heumarkt ist eines der markantesten freistehenden Denkmäler in Köln. Es ist das letzte Werk des Bildhauers Gustav Blaeser, dessen Nachlass sich im Historischen Archiv der Stadt Köln befindet. Er entstammt der bekannten Berliner Bildhauerschule von Christian Rauch.

Begeben wir uns ins Atelier des Künstlers: Bevor der bronzene Friedrich Wilhelm von seiner neuen Provinz Besitz ergreifen kann, muss der Künstler erst einmal das Pferd stabilisiert bekommen, das doch im leichten Schritt immer nur mit drei Hufen den Boden berührt. Die Bleistiftsskizze zeigt das Innengerüst der Tierskulptur.

Gerne wird das Reiterstandbild auf eine Glorifizierung der Preußen Monarchie und des Militärs reduziert. Aber das Denkmal ist wesentlich vielschichtiger zu betrachten. Ein illustrer Personenkreis lebensgroßer Figuren umsteht hier den Sockel oder ist auf den Reliefplatten abgebildet.

Neben den Generälen, wie Graf von Bülow oder Gerhard von Scharnhorst, finden sich hier Humanisten, allen voran die Gebrüder von Humboldt – Wissenschaftler, wie Friedrich Hegel – Musiker, wie Ludwig van Beethoven – Unternehmer, wie Otto von Camphausen, Baukünstler wie Ernst Friedrich Zwirner, der erste Kölner Dombaumeister oder die Kunstsammler Gebrüder Boisserée und Ferdinand Wallraf.

Köln, Reiterdenkmal Heumarkt, Skizze G. Blaeser

Best. 1836 Gutav Blaeser,
A 4 Bleistiftskizze zum Innengerüst des Reiterdenkmals (Maßangaben in preuß. Fuß)

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