Kölner Dom – die Baugeschichte


Sie stehen vor Deutschlands meistbesuchtem Bauwerk, dem Kölner Dom. So imposant wie heute zeigt er sich noch gar nicht so lange. Tragen heute in vielfältigen graphischen Variationen die beiden Domtürme die „Marke Köln“ in alle Welt, so war über Jahrhunderte der längst stillgelegte Baukran auf dem mächtigen Fundament des Südturms das Wahrzeichen der Stadt.

Längst hatte man sich daran gewöhnt, dass der 1248 begonnene größte und gewagteste aller gotischen Kathedralbauten nie vollendet werden würde. Nach 1530 geschah außer Reparaturarbeiten nichts mehr an der gigantischen Bauruine. In der Zeit der Kirchenspaltung und ihrer weitreichenden Folgen hatte man andere Sorgen.

Im 19. Jahrhundert mit seiner romantischen Begeisterung für das Mittelalter zog der Dom wieder die Aufmerksamkeit auf sich. 1814 und 1816 wurden in Darmstadt und Paris die beiden Teile eines mittelalterlichen Plans für die mächtige Westfassade des Doms wiedergefunden. Trotz vieler kritischer Stimmen wurde der Kölner Dombau zum Symbol des zu errichtenden deutschen Nationalstaats.

Kölner Dom, Dombauverein Briefpapier, 19. Jh

1842 gründete sich der Central Dombau Verein zu Köln, der die Vollendung der Kathedrale in Angriff nehmen sollte. Genehmigt und mit bedeutenden Mitteln gefördert wurde der Dombau Verein dabei vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV.

Die Abbildung links zeigt das Briefpapier des Dombauvereins mit verschiedenen Bauansichten des Gebäudes.

Am 4. September 1842 wurde der Grundstein zum Weiterbau des Kölner Doms gelegt. Wo sie vorhanden waren, folgte man den mittelalterlichen Bauplänen. Wo sie fehlten, wurde vorsichtig ergänzt. Was Bautechnik und Werkstoffe anging war der Dombau des 19. Jahrhunderts jedoch am Puls seiner Zeit. Bis der Eiffeltum fertig wurde, war der Dachstuhl des Domes immerhin die größte Eisenkonstruktion der Welt.

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