Jupp Schmitz Denkmal


Sie stehen vor dem Jupp Schmitz Denkmal. Wer war dieser Jupp Schmitz eigentlich? Vielleicht liegt es Ihnen noch im Ohr: „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel pinke-pinke, wer hat so viel Geld …“ Dieser populäre Nachkriegs-Schlager aus dem Jahr 1949 von Jupp Schmitz, mit dem Text von Kurt Feltz (1910-1982, Pseudonym u.a. Walter Stein), ist bis heute ein Erfolgstitel, auch außerhalb jeder Karnevalssaison. Aber Jupp Schmitz sollte nicht nur mit diesem eingängigen und bekannten Refrain in Verbindung gebracht werden, denn wie dieses Denkmal des Bildhauers Olaf Höhnen (1933-2009) aus dem Jahr 1994 hier auf dem Jupp-Schmitz-Plätzchen an der Salomonsgasse zeigt, hat der Kölner Sänger und Entertainer Schmitz viele unvergessliche Werke geschaffen.

Jupp Schmitz wurde am 15. Februar 1901 in Köln geboren und hatte nach einer Ausbildung als Pianist am Konservatorium vor dem Zweiten Weltkrieg in Stummfilm-Theatern, Cafés und Hotels gearbeitet. Nach dem Krieg begann sein Erfolg mit dem Karnevalslied „Wer soll das bezahlen“, eine Anspielung auf die Preissteigerungen bedingt durch die Währungsreform. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Sängerin Bärbel Schmitz (1901-1994), komponierte er hunderte von Liedern, viele gelten heute als Evergreens, wie beispielsweise „Es ist noch Suppe da! Es ist noch Suppe da! Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Wer hat noch nicht, wer will nochmal?“ (aus dem Jahr 1968, Text Kurt Feltz), „Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue sie brechen entzwei, von all deinen Küssen darf ich nichts mehr wissen, wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei“ (aus dem Jahr 1953, Text Hans Jonen) oder „ Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind, das sieht selbst der Petrus ein, er sagt: ‚Ich lass gern euch rein, ihr ward auf Erden schon die reinsten Engelein!‘“ (aus dem Jahr 1952, Text Kurt Feltz).

Die Musik von Jupp Schmitz lebt aber insbesondere auch von seinen öffentlichen Auftritten. Wenn er, wie das Denkmal zeigt, auf der Bühne am Klavier sitzend seine Lieder sang, dann zog er das Publikum in seinen Bann. Im Kölner Theater „Senftöpfchen“ hatte Jupp Schmitz am 12. Februar 1991 seinen letzten öffentlichen Auftritt. (Das legendäre „Senftöpfchen“, das erste Kölner Kabarett, befindet sich 10 Minuten Fußweg entfernt, in der Große Neugasse 2-4). Schmitz starb wenige Wochen später, am 26. März 1991, kurz nach seinem 90. Geburtstag. Sein Grab befindet sich auf dem Kölner Zentralfriedhof Melaten (Flur X1).
In den umfangreichen Fotografie-Beständen des Historischen Archivs der Stadt Köln findet sich ein Bild des Unterhaltungskünstlers in Aktion aus dem Jahr 1957. Der Fotograf Theo Felten (1908-1985), dessen künstlerisches Werk das Archiv besitzt, (Best. 1403) zeigt den „Krätzchessänger“ Jupp Schmitz während eines Auftritts mit dem Kölner Dreigestirn (Prinz Willy III. – Willy Herold, Bauer Siegfried – Siegfried Schlewing und Jungfrau Bodi – Bodo Glaub) auf der Bühne.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 7354 (Zeitgeschichtliche Sammlung Bild (ZSB 4)), Fo 4/2921

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