Hohenzollernbrücke


Sie stehen linksrheinisch bei dem Reiterstandbild Kaiser Friedrichs III. und blicken nach Osten zu den Rheinhallen samt Messeturm in Deutz: Über den Rhein führt die majestätische Dreibogenkonstruktion der Hohenzollernbrücke – ein Bauwerk, das zusammen mit der gotischen Kathedrale prägend für das Kölner Stadtbild ist.

Die Hohenzollernbrücke hatte mit der 1859 erbauten Dombrücke einen Vorgängerbau an gleicher Stelle. In Anbetracht des zunehmenden Verkehrs plante man Anfang des 20. Jahrhunderts einen größeren Rheinübergang, mit dem aus der ehemals zweigleisigen eine viergleisige Brücke samt Straße werden sollte. 1907 begannen die Bauarbeiten für die Errichtung der Brücke, während der Betrieb der Dombrücke weiterging, die schrittweise von dem Neubau ersetzt wurde. Am 22. März 1911 wurde die Hohenzollernbrücke eingeweiht.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Hohenzollernbrücke zunächst nahezu unbeschädigt. Erst im März 1945 sprengten deutsche Wehrmachtssoldaten die Brückenpfeiler auf dem Rückzug vor den herannahenden amerikanischen Truppen. Das Ausmaß des Schadens veranschaulicht das folgende Foto aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 7354 (Zeitgeschichtliche Sammlung Bild (ZSB 4)), Fo 4/3445

Es ist eine Schwarzweiß-Fotografie von einem der linksrheinischen Portaltürme der Hohenzollernbrücke aus durch den Bogen der ehemaligen, auf der Südseite der Brücke verlaufenden Straßenbrücke über den Rhein in Richtung Deutzer Ufer. Der im Foto festgehaltene Brückenbogen ist noch heute – wenn auch nicht in Köln – in Betrieb: Er überspannt einen Arm der Ruhr im Duisburger Hafen, nachdem er 1947 von der Stadt Köln für 100.000 Reichsmark nach Duisburg verkauft wurde. Mit dem Verkauf beabsichtigte Köln das Vorhaben zu unterstreichen, die Hohenzollernbrücke weiter nördlich zu errichten und den Bahnhof entsprechend nach Norden zu verlegen. Dem Plan machte die Reichsbahn einen Strich durch die Rechnung, indem sie die zerstörte Brücke wieder herstellte. Am 8. Mai 1948 wurde die instandgesetzte Brücke eingeweiht – allerdings ohne den südlichen Straßenbrückenteil, an den noch heute auf der Deutzer Rheinseite die ehemalige kopfsteingepflasterte Straßenrampe erinnert.

1956 bis 1959 erweiterte man die Brücke um einen Fachwerkbogen. Zudem wurden 1957 die Ruinen der Turmportale abgerissen, von denen auf dem Foto noch eines zu erkennen ist. 1985 begannen die Bauarbeiten an einem weiteren Brückenteil, mit dem die Hohenzollernbrücke nochmals vergrößert wurde.

Seit dem Abschluss der Arbeiten 1989 verfügen die drei nebeneinanderliegenden Fachwerkbogenbrücken über insgesamt sechs Eisenbahngleise samt Fuß- und Radwegen zu beiden Seiten. Somit ist die über 400 Meter lange und annähernd 30 Meter breite Brücke wieder fast so groß wie vor dem Krieg. Heute gilt die Hohenzollernbrücke als eine der verkehrsreichsten Eisenbahnbrücken Deutschlands – annähernd 1200 Züge passieren täglich diesen Rheinübergang.