Grüngürtel


Vor Ihnen liegt der Grüngürtel: Lohsepark – Lentpark – Uniwiese – Aachener Weiher: sobald die Sonne lacht, locken die Grünanlagen auf dem ehemaligen inneren Festungsring Jung und Alt zum Grillen und Chillen. Gönnen auch Sie sich hier ein paar Minuten Ruhe!

Als „Soziales Grün“ war der Grünstreifen von seinen Planern gedacht, als „Volkspark“ zum Wohle breiter Bevölkerungsschichten.
Der Plan, den Gartenbaudirektor Fritz Encke 1922 auf immerhin 96,5 x 221,5 cm zu Papier gebracht hat, ist im wahrsten Sinne aufgegangen. Das gute Stück wird im Historischen Archiv der Stadt Köln aufbewahrt.

Köln, Plan des Grüngürtels 1922

Die zuvor hier verlaufende militärische Umwallung der Stadt hatte der preußische Staat seit 1881 errichtet. Zuvor hatte der Militärfiskus die bis dahin genutzte Stadtbefestigung, also die mittelalterliche Ringmauer, die ihr vorgelagerten Gräben und in der frühen Neuzeit errichteten Festungsanlagen an die Stadt verkauft. Auch die meisten der in den 1840er Jahren errichteten detachierten Forts, die zum Teil in das Areal der neuen Umwallung hineinragten, wurden aufgegeben. Die drei nördlichen und zwei südlichen Forts blieben in militärischer Nutzung als Bestandteil der neuen Umwallung.
Die in der Zeit der Hochurbanisierung aus allen Nähten platzende Stadt konnte sich zumindest etwas ausdehnen – Ringstraße und Neustadt entstanden. Mit dem neuen Straßenzug der Wallstraßen grenzte die Neustadt an den neuen Militärgürtel. Den äußeren Verteidigungsgürtel bildeten jetzt die Forts am Militärring.
Die gänzliche Entfestigung der Stadt war Folge des Versailler Vertrages. Oberbürgermeister Konrad Adenauer erreichte, dass die Festungsgelände nicht als Brachland liegen bleiben mussten, sondern zu Parks umgestaltet werden konnten.
Nach dem Bebauungsplan des Hamburger Stadtplaners Fritz Schumacher wurde das Projekt seit 1922 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme realisiert.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 7102, Plan 1046

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