Domplatte


Sie stehen zu Füßen des Kölner Doms auf der Domplatte. Diese ist als freier Platz um den Dom herum eine Idee des 19. Jahrhunderts. Bereits Preußens Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) beschäftigte sich 1816 mit Planungen zur Freilegung des Domhügels und einer Terrasse in der Domumgebung, die er bis zum Rhein ausdehnen wollte. Seit dem Mittelalter war der Dom auf allen Seiten von Bürgerhäusern und kirchlichen Bauten umgeben.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Domumgebung durch gezielte Abrisse und ungewollte Einstürze soweit geräumt, dass eine „ungestörte“ Sicht auf den Dom möglich war. Ihre heutige Gestalt erhielt die Domplatte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nachdem ein internationaler Wettbewerb zur Umgestaltung der Domumgebung 1956 keine weitere Beachtung fand, wurde die tatsächliche Umgestaltung nach einem weiteren Wettbewerb ab 1968 durchgeführt.

Der Architekt Fritz Schaller (1904-2002) ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und die Domplatte wurde bis 1970 unter seiner Anleitung fertiggestellt. Besonders kompliziert gestalteten sich die Arbeiten an der freischwebenden Treppe zum Bahnhofsvorplatz. Auf dem Foto von Theo Felten (1908-1985) ist ein Modell vom ersten Wettbewerb aus dem Jahre 1960 zu sehen, das allerdings nicht zur Ausführung kam

Modell der Domvorplatz-Treppe von Fritz Schaller

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 7354 (Zeitgeschichtliche Sammlung Bild 4), Fo 4/2667e (Domplatte)

Die Treppe wurde Anfang des 21. Jahrhunderts durch Christian Schaller (* 1937), Sohn von Fritz Schaller, nach alternativen Plänen seines Vaters umgebaut. Auch die östliche Umgebung der Domplatte wurde seit 2013 umfangreich umgestaltet. Böse Zungen hatten der Domplatte vorher immer wieder jeden ästhetischen Wert abgesprochen. Dennoch: „Kölns größter Schandfleck“ wurde 2006 im ZDF zu Deutschlands beliebtestem Ort gewählt.

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