Deichmannhaus


Vor Ihnen liegt das siebengeschossige Bankhaus Deichmann (Deichmannhaus), das sich zum Bahnhofsvorplatz und zur Trankgasse 7-9 öffnet. Die Familie Deichmann war eine der reichsten protestantischen Familien Kölns, von denen sich viele zu Privatbankiers entwickelten und maßgeblich zur Industriefinanzierung und zur früheren Phase der deutschen Industrialisierung betrugen. Gründer des Bankhauses Deichmann war der Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann (1798-1876).

Als am Ende des 19. Jahrhunderts große und moderne Kapitalgesellschaften entstanden, konnten die Privatbanken wegen des starken Konkurrenzkampfes wirtschaftlich nicht überleben. Wilhelm Ludwig Deichmann hat durch seine Heirat mit der Tochter des Kölner Bankiers Abraham Schaaffhausen Elisabeth Jacobine Eleonore im 1830 die Leitung des Schaaffhausen Bankvereins gesichert. Im Oktober 1858 gründete der Bankier zusammen mit Adolph vom Rath seine eigene Bank, bekannt als Bankhaus „Deichmann & Co.“ mit Residenz in der Trankgasse 9.
Die Familie Deichmann wohnte in dem dreigeschossigen Doppelhaus „Palais Deichmann“ in der Trankgasse 7-9, das im Jahr 1867 errichtet wurde.

Das heutige 60 Meter x 50 Meter große, siebengeschossige Gebäude mit Muschelkalk-Fassade – bekannt als „Deichmannhaus“ – wurde im Jahr 1913 für die Bank errichtet. Architekt war Heinrich Müller Erkelenz. Zum Beginn der allgemeinen Weltwirtschaftskrise im Jahr 1931 ist die Bank in Konkurs gegangen. Seit dem 13. Dezember 1985 steht das Deichmannhaus unter Denkmalschutz. Im Erdgeschoss des Gebäudes gibt es heute kleine Ladenlokale und das typisch Rheinische Brauhaus „Gaffel am Dom“.

Auf dem folgenden Bild aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln sieht man das ehemalige Bankhaus gegenüber dem Hauptbahnhof.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln HAStK, Best. 1691 (Deichmann, Familie), Fo 1

Diesen Beitrag teilen