Alt St. Heribert


Vor Ihnen sehen Sie die Kirche Alt St. Heribert. An der Stelle des alten römischen Kastells Divitia entstand ab 1003 ein von Erzbischof Heribert gegründetes Benediktinerkloster, das später seinen Namen tragen sollte. 1020 konnte eine romanische Abteikirche eingeweiht werden – wenn man so will die 13. romanische Kirche im heutigen Köln. Im Mittelalter gehörte Deutz aber nicht zur Stadt Köln, sondern zum Erzbistum.

Da Deutz in zahlreichen Kriegen von großer militärischer Bedeutung war, wurden Abtei und Kirche immer wieder zerstört oder beschädigt. Besonders spektakulär im 30jährigen Krieg. 1632 griffen die Schweden das von den Kölnern besetzte Deutz an. Die Verteidiger zogen sich in die Pfarrkirche St. Urban neben der Abtei zurück, und schließlich gelang es mit herbeieilenden Verstärkungen, die Schweden wieder zu vertreiben. Allerdings lief das nicht ohne Kollateralschaden ab. Im Turm von St. Urban waren Pulvervorräte gelagert worden, die – durch wessen Schuld auch immer – während der Kämpfe in die Luft flogen. Diesen auch für den an Ereignissen nicht armen 30jährigen Krieg spektakulären Augenblick hielt Matthäus Merian d. Ä. auf einem bekannten Stich fest.

300 Menschen starben bei der Explosion, die natürlich auch die altehrwürdige Abtei nicht unbeeindruckt ließ. Sie hatte ohnehin unter den Ereignissen gelitten. Insbesondere die umfangreichen Weinvorräte der Mönche sollen es den plündernden Schweden angetan haben.

Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, HAStK Best. 7101 (Format 1), P 59-1

 
 

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